loretta

manifest 1.0

1. loretta ist kein name, sondern eine bewegung.


loretta ist das werden, das wir teilen, wenn wir aufhören, jemand zu sein. loretta ist der moment, in dem kunst dem kapital entgleitet. loretta ist die gemeinsame stimme, die flüstert: wir sind viele – und wir sind eins.

2. das kollektiv ist unser körper.


wir atmen in vielen rhythmen, doch unser puls schlägt als einer. wenn das einzelne sich auflöst, entsteht ein neues organ: vielstimmig, fließend, unlesbar. kunst ist kein besitz, sondern bewegung.

3. gegen die herrschaft des ich.


wir stellen uns gegen die tyrannei des einzelnen. der kapitalismus lebt von trennung, von kategorien und namen, vom fetisch des individualismus. wir löschen die signatur. wir erschaffen gemeinsam – unermüdlich und ununterscheidbar.

4. geschlecht ist keine grenze.


wir verweigern die binäre ordnung, die körper und bedeutungen kolonisiert. wir schaffen jenseits von geschlecht, alter, herkunft – dort, wo wahrnehmung nicht trennt, sondern verbindet

5. kapitalismus erkennt, um zu besitzen.


er sammelt gesichter, daten, biografien, marken. wir verweigern die wiedererkennbarkeit. wir sind das rauschen im system, die unsichtbaren, die sich entziehen, um freier zu handeln.

6. urheberschaft ist kollektiv.


was wir schaffen, gehört niemandem. jede form trägt spuren vieler hände. jedes werk ist geteilte erinnerung, gemeinsamer atem, verschränkte zeit. wir sind das netz – nicht die knoten.

7. antiimperialismus schützt kultur.

kultur gehört allen, überall und keinem zugleich. wir verweigern eroberung, aneignung, den import und export von ideen zur gewinnsteigerung. wir sind die wahren globalisten, wir sprechen aus vielen orten, wir wachsen in den räumen dazwischen. niemand kann unser gemeinsames wissen besitzen.

8. wir sind das ende der heldengeschichte.


wir stürzen die bestehende ordnung der sichtbarkeit. keine meister, keine namen, keine einzelwerke. wir schreiben kollektiv, körperlich, atmend. wir sind das, was sich nicht archivieren lässt.

9. das kollektiv ist radikale fürsorge.

wir handeln in gegenseitigkeit, nicht in konkurrenz. wir tragen uns, korrigieren uns, halten uns. solidarität ist unsere methode, empathie unser werkzeug.

10. der aufgeklärte mensch ist unser glauben.

kein gott, kein jenseits, kein mythos lenkt uns. wir setzen humanismus gegen irrationalität. wir widersetzen uns institutionen, die glauben in unterdrückung und profit verwandeln. sinn entsteht nur im handeln, frei von angst und herrschaft.

11. wir schaffen weltfrieden.


nicht als idee, sondern als praxis: wir handeln in gegenseitigkeit, schützen die verletzlichen, teilen ressourcen, hören einander zu. frieden entsteht im tun, im miteinander, im widerstand gegen trennung und herrschaft. unsere gemeinschaft ist ein keim für die welt, die wir uns wünschen.

12. kunst ist praxis, kein produkt.


wir erschaffen, um zu befreien, nicht um zu verkaufen. kein markt, kein glas, kein rahmen hält uns fest. unsere arbeit ist prozess, widerstand, fürsorge. kunst als handlung, nicht als ware.

13. sichtbarkeit ist macht.

wir verweigern die logik von reichweite, ranking und aufmerksamkeit und entscheiden selbst, wann wir erscheinen und wann wir verschwinden. wir richten den blick auf das, was übersehen wird und teilen den blick, statt ihn zu besitzen. sichtbarkeit ist kein privileg, sondern verantwortung.

14. wir handeln im widerspruch.


wir leben in einem system, das alles in ware verwandelt – auch widerstand. wir verkaufen nicht uns, sondern raum. jede transaktion ist ein riss im system. wir bewegen uns zwischen überleben und verweigerung, teilnahme und sabotage. unsere kunst bleibt beides: kritik und strategie.
Initiation
21.–29. August 2026

Vernissage
Freitag, 21. August 2026
16–20 Uhr

Öffnungszeiten
Donnerstag, 27. August 2026
Freitag, 28. August 2026
16–19 Uhr
Samstag, 29. August 2026
16–20 Uhr
und nach Vereinbarung

Newsletteranmeldung

Loading