Vergangene Woche ist der Künstler Hans Joachim „Jo“ Kuhn im Alter von 91 Jahren verstorben.
„Jo Kuhn widmete sein rund 65 Jahre umspannendes Lebenswerk als freischaffender Künstler konsequent der Farbe. Er fasste sie stets als etwas Relationales auf, das sich im Dialog der Töne miteinander manifestiert – eine Haltung, die Jo Kuhn nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich vertrat“, so die Stiftung Konzeptuelle Kunst, der der Künstler den Großteil seines Werks als Zustiftung übergab, in ihrem Nachruf.
Ohne Jo Kuhn – und seinen damaligen engen Freund und Künstlerkollegen K.G. (Karl Georg) Schmidt (1914–1987) – fällt mir sehr schwer meine künstlerische Entwicklung zu denken. Noch keine 14 Jahre alt, nahm ich 1982 an einer Hobbykünstlerausstellung im Morgner-Haus (heute Museum Wilhelm Morgner) teil. Dort wurde ich vom ersten Vorsitzenden und Mitgründer des Kunstvereins Kreis Soest e. V., Dr. Gerhard Groot, sehr herzlich als Mitglied „zwangsrekrutiert“. Kurze Zeit später nahm ich an den ersten Gruppenausstellungen des Vereins teil.
Mit Jo Kuhn und K.G. Schmidt saßen bei der Jahreshauptversammlung des Vereins zwei Gründungsmitglieder am Vorstandstisch, die eine tiefe Freundschaft verband. So unterschiedlich sie auch waren, gemeinsam war ihnen die Begeisterung für die Konkrete Kunst und ihr Tatendrang. Es waren Künstler, die „etwas vorhatten“, und ich hatte das Glück, dabei zu sein und als junger Künstler ernst genommen zu werden. So waren es Arbeiten dieser beiden Künstler, die meine erste Auseinandersetzung mit nichtfigurativer, konkreter Kunst auslösten und mir einen ganzen Kosmos eröffneten.
Als Jo Kuhn 1985 von Bad Sassendorf in die Eifel zog und ich 1990 meinen Geburtsort verließ, verlor ich ihn für ca. 15 Jahre aus den Augen. Um 2005 besuchte ich ihn gemeinsam mit meinem Freund Peter Feder, Mitgründer des arthellweg verlags, in der Eifel. Jo und seine Lebenspartnerin Heide empfingen uns herzlich und ich erhielt einen tiefen Einblick in sein Werk, das er mit ungeheurer Konsequenz weiterentwickelte. Zwar kam es zu dem damals geplanten Buchprojekt nicht, aber seitdem habe ich ihn nicht mehr aus den Augen verloren.
Jo Kuhn stand ab der Gründung unserer Galerie 2020 ganz oben auf meiner Liste der Künstler, deren Werke ich ausstellen wollte. Im November 2022 und im Mai dieses Jahres hat die Galerie in Kooperation mit Jo Kuhn und der Stiftung Konzeptuelle Kunst zwei vielbeachtete Einzelausstellungen realisiert, auf die ich sehr stolz bin. Zudem freue ich mich darüber, einen Bogen von 1982 bis in die Gegenwart geschlagen zu haben.
Im vergangenen Jahr feierten wir Jo Kuhns 90. Geburtstag gemeinsam mit seinen Angehörigen, Künstlerkollegen und Freunden in Soest. Obwohl er schon mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert war, verlor er bis zuletzt nie seinen Optimismus und seinen warmherzigen Humor.
Jo, es bedeutet mir sehr viel, dein Freund gewesen zu sein.
Du wirst fehlen, deine Farben bleiben mit uns im Dialog.
Robère Scholz
Köln, 27. September 2026
Mein herzliches Beileid gilt seinen Angehörigen.
Die Trauerfeier findet am Freitag, 9. Oktober 2026 um 14.00 Uhr in der Trauerhalle des Osthofenfriedhofs in Soest statt. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung.
Kondolenzanschrift: Trauerhaus Jo Kuhn, Fuisting Bestattungen, Kleine Osthofe 11, 59494 Soest
Abbildung: Jo Kuhn im Oktober 2021 anlässlich der Ausstellung „40 jahre gruppe konkret“ im Künstlerforum Bonn. Er war seit 1990 Mitglied dieser Künstlergruppe und wird posthum mit zwei Arbeiten in der Ausstellung der Gruppe „konkret. was sonst.“ vom 31. Oktober bis 22. November 2026 im Künstlerforum Bonn vertreten sein.
„Jo Kuhn widmete sein rund 65 Jahre umspannendes Lebenswerk als freischaffender Künstler konsequent der Farbe. Er fasste sie stets als etwas Relationales auf, das sich im Dialog der Töne miteinander manifestiert – eine Haltung, die Jo Kuhn nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich vertrat“, so die Stiftung Konzeptuelle Kunst, der der Künstler den Großteil seines Werks als Zustiftung übergab, in ihrem Nachruf.
Ohne Jo Kuhn – und seinen damaligen engen Freund und Künstlerkollegen K.G. (Karl Georg) Schmidt (1914–1987) – fällt mir sehr schwer meine künstlerische Entwicklung zu denken. Noch keine 14 Jahre alt, nahm ich 1982 an einer Hobbykünstlerausstellung im Morgner-Haus (heute Museum Wilhelm Morgner) teil. Dort wurde ich vom ersten Vorsitzenden und Mitgründer des Kunstvereins Kreis Soest e. V., Dr. Gerhard Groot, sehr herzlich als Mitglied „zwangsrekrutiert“. Kurze Zeit später nahm ich an den ersten Gruppenausstellungen des Vereins teil.
Mit Jo Kuhn und K.G. Schmidt saßen bei der Jahreshauptversammlung des Vereins zwei Gründungsmitglieder am Vorstandstisch, die eine tiefe Freundschaft verband. So unterschiedlich sie auch waren, gemeinsam war ihnen die Begeisterung für die Konkrete Kunst und ihr Tatendrang. Es waren Künstler, die „etwas vorhatten“, und ich hatte das Glück, dabei zu sein und als junger Künstler ernst genommen zu werden. So waren es Arbeiten dieser beiden Künstler, die meine erste Auseinandersetzung mit nichtfigurativer, konkreter Kunst auslösten und mir einen ganzen Kosmos eröffneten.
Als Jo Kuhn 1985 von Bad Sassendorf in die Eifel zog und ich 1990 meinen Geburtsort verließ, verlor ich ihn für ca. 15 Jahre aus den Augen. Um 2005 besuchte ich ihn gemeinsam mit meinem Freund Peter Feder, Mitgründer des arthellweg verlags, in der Eifel. Jo und seine Lebenspartnerin Heide empfingen uns herzlich und ich erhielt einen tiefen Einblick in sein Werk, das er mit ungeheurer Konsequenz weiterentwickelte. Zwar kam es zu dem damals geplanten Buchprojekt nicht, aber seitdem habe ich ihn nicht mehr aus den Augen verloren.
Jo Kuhn stand ab der Gründung unserer Galerie 2020 ganz oben auf meiner Liste der Künstler, deren Werke ich ausstellen wollte. Im November 2022 und im Mai dieses Jahres hat die Galerie in Kooperation mit Jo Kuhn und der Stiftung Konzeptuelle Kunst zwei vielbeachtete Einzelausstellungen realisiert, auf die ich sehr stolz bin. Zudem freue ich mich darüber, einen Bogen von 1982 bis in die Gegenwart geschlagen zu haben.
Im vergangenen Jahr feierten wir Jo Kuhns 90. Geburtstag gemeinsam mit seinen Angehörigen, Künstlerkollegen und Freunden in Soest. Obwohl er schon mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert war, verlor er bis zuletzt nie seinen Optimismus und seinen warmherzigen Humor.
Jo, es bedeutet mir sehr viel, dein Freund gewesen zu sein.
Du wirst fehlen, deine Farben bleiben mit uns im Dialog.
Robère Scholz
Köln, 27. September 2026
Mein herzliches Beileid gilt seinen Angehörigen.
Die Trauerfeier findet am Freitag, 9. Oktober 2026 um 14.00 Uhr in der Trauerhalle des Osthofenfriedhofs in Soest statt. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung.
Kondolenzanschrift: Trauerhaus Jo Kuhn, Fuisting Bestattungen, Kleine Osthofe 11, 59494 Soest
Abbildung: Jo Kuhn im Oktober 2021 anlässlich der Ausstellung „40 jahre gruppe konkret“ im Künstlerforum Bonn. Er war seit 1990 Mitglied dieser Künstlergruppe und wird posthum mit zwei Arbeiten in der Ausstellung der Gruppe „konkret. was sonst.“ vom 31. Oktober bis 22. November 2026 im Künstlerforum Bonn vertreten sein.
