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Wieso Kunst?
Was denn sonst? Da kann man ja auch einen Fisch fragen: „Wieso Wasser?“ Wenn er antworten könnte, würde er sagen: „Was denn sonst?“.
Sie sind über 50 Jahre als freier Künstler tätig. Was hat sich für Künstler allgemein und für Sie persönlich elementar verändert?
Und was ist vielleicht im Kern geblieben, wie es (schon immer) war? Ich kann und will da keine allgemeine Antwort geben. Für mich kann ich sagen, dass ich in den letzten 50 Jahren von einem Staunenden und Wanderer in dieser wunderbaren Welt zu einem neugierigen Forschenden geworden bin.
Wie definieren sie als Künstler – jenseits der sozialen und monetären Ebene – Erfolg?
Erfolg? Was ist das? Auf welcher Skala? Für mich ist es wichtig, ehrliche Arbeit zu machen und abzuliefern. Und für die künstlerische Ebene: In neue Bewusstseinsebenen vorzustoßen, neue Welten zu entdecken, die Wahrnehmung zu erweitern etc.
Obwohl man ihre Arbeiten in der Konkreten Kunst verorten kann, gibt es einen spirituellen Aspekt in ihrem Werk. Kann man diesen beschreiben oder entzieht er sich der Sprache?
Meiner Erfahrung nach gibt es in jedem Kunstwerk einen „spirituellen Aspekt“. Sonst würde sich ja Kunst nicht vom Kunsthandwerk oder der Dekoration absetzen können. Und dieser Aspekt entzieht sich der Sprache. Das ist ja auch der Grund, warum etwa das Kolumba-Museum in Köln auf jeden schriftlichen Hinweis oder jede Information innerhalb der jeweiligen Ausstellung bewusst verzichtet. Denn in dieser Sammlung geht es ja um die Suche nach einer verbindenden Ordnung, nach dem Maß und der Proportion, nach der Schönheit. Und um Schönheit zu beschreiben, fehlen mir die Worte.
Rainer Maria Rilke, ein Poet, kam da mit seinem Sonett „Archaischer Torso Apollos“ schon ziemlich nahe. Auch Wassily Kandinsky versuchte mit seiner Abhandlung „Über das Geistige in der Kunst, insbesondere in der Malerei“, Worte für den „spirituellen Aspekt“ zu finden. Selbst Rudolf Steiner vermochte keine Worte für die Arbeiten von Hilma af Klint zu finden, als er ihr Atelier besuchte.
Deshalb male ich. Hier komme ich der Schönheit, also der Ordnung, dem Maß, der Proportion und der Vibration so oft wie möglich ziemlich nahe.
Wieso dieses Buch und warum ausgerechnet jetzt?
Es gibt da eine Nachfrage. Und um meine Forschungen und mein Wissen weiterzugeben oder, wie es mein Lehrer Joseph Beuys so schön sagte, um die Fackel weiterzureichen.
Was denn sonst? Da kann man ja auch einen Fisch fragen: „Wieso Wasser?“ Wenn er antworten könnte, würde er sagen: „Was denn sonst?“.
Sie sind über 50 Jahre als freier Künstler tätig. Was hat sich für Künstler allgemein und für Sie persönlich elementar verändert?
Und was ist vielleicht im Kern geblieben, wie es (schon immer) war? Ich kann und will da keine allgemeine Antwort geben. Für mich kann ich sagen, dass ich in den letzten 50 Jahren von einem Staunenden und Wanderer in dieser wunderbaren Welt zu einem neugierigen Forschenden geworden bin.
Wie definieren sie als Künstler – jenseits der sozialen und monetären Ebene – Erfolg?
Erfolg? Was ist das? Auf welcher Skala? Für mich ist es wichtig, ehrliche Arbeit zu machen und abzuliefern. Und für die künstlerische Ebene: In neue Bewusstseinsebenen vorzustoßen, neue Welten zu entdecken, die Wahrnehmung zu erweitern etc.
Obwohl man ihre Arbeiten in der Konkreten Kunst verorten kann, gibt es einen spirituellen Aspekt in ihrem Werk. Kann man diesen beschreiben oder entzieht er sich der Sprache?
Meiner Erfahrung nach gibt es in jedem Kunstwerk einen „spirituellen Aspekt“. Sonst würde sich ja Kunst nicht vom Kunsthandwerk oder der Dekoration absetzen können. Und dieser Aspekt entzieht sich der Sprache. Das ist ja auch der Grund, warum etwa das Kolumba-Museum in Köln auf jeden schriftlichen Hinweis oder jede Information innerhalb der jeweiligen Ausstellung bewusst verzichtet. Denn in dieser Sammlung geht es ja um die Suche nach einer verbindenden Ordnung, nach dem Maß und der Proportion, nach der Schönheit. Und um Schönheit zu beschreiben, fehlen mir die Worte.
Rainer Maria Rilke, ein Poet, kam da mit seinem Sonett „Archaischer Torso Apollos“ schon ziemlich nahe. Auch Wassily Kandinsky versuchte mit seiner Abhandlung „Über das Geistige in der Kunst, insbesondere in der Malerei“, Worte für den „spirituellen Aspekt“ zu finden. Selbst Rudolf Steiner vermochte keine Worte für die Arbeiten von Hilma af Klint zu finden, als er ihr Atelier besuchte.
Deshalb male ich. Hier komme ich der Schönheit, also der Ordnung, dem Maß, der Proportion und der Vibration so oft wie möglich ziemlich nahe.
Wieso dieses Buch und warum ausgerechnet jetzt?
Es gibt da eine Nachfrage. Und um meine Forschungen und mein Wissen weiterzugeben oder, wie es mein Lehrer Joseph Beuys so schön sagte, um die Fackel weiterzureichen.

Ivo Ringe – Essenz / Essence
I144 Seiten Inhalt, 24 x 30 cm, Texte in Deutsch/Englisch
Hardcover, Fadenheftung, ISBN 978-3-938966-23-5
Subskriptionspreis bis zum 19. April 2026:
28,00 € (danach 38,00 €)
inkl. 7 % MwSt. zzgl. Porto/Verpackung
Hier bei uns bestellen
Ab Freitag den 6. März 2026
auch bei uns in der Galerie erhältlich.
Subskriptionspreis bis zum 19. April 2026:
28,00 € (danach 38,00 €)
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Ab Freitag den 6. März 2026
auch bei uns in der Galerie erhältlich.
Why art?
What else? You might as well ask a fish, ‘Why water?’ If it could answer, it would say, ‘What else?’ You have been working as a freelance artist for over 50 years.
What has changed fundamentally for artists in general and for you personally? And what has perhaps remained at its core, as it (always) was?
I cannot and will not give a general answer to that. For myself, I can say that over the last 50 years I have gone from being a wonderer and wanderer in this wonderful world to a curious explorer.
As an artist, how do you define success – beyond the social and monetary level?
Success? What is that? On what scale? For me, it is important to do honest work and deliver it. And on an artistic level: to advance to new levels of consciousness, discover new worlds, expand perception, etc.
Although your work can be classified as concrete art, there is a spiritual aspect to it. Can this be described, or does it elude language?
In my experience, there is a ‘spiritual aspect’ to every work of art. Otherwise, art would not be able to distinguish itself from craftsmanship or decoration. And this aspect eludes language. That is also the reason why, for example, the Kolumba Museum in Cologne deliberately refrains from providing any written references or information within the respective exhibition. Because this collection is about the search for a unifying order, for measure and proportion, for beauty. And I lack the words to describe beauty.
Rainer Maria Rilke, a poet, came pretty close with his sonnet ‘Archaic Torso of Apollo’. Wassily Kandinsky also attempted to find words for the ‘spiritual aspect’ in his treatise ‘Concerning the Spiritual in Art, Especially in Painting’. Even Rudolf Steiner was unable to find words for Hilma af Klint's works when he visited her studio.
That is why I paint. Here I come as close as possible to beauty, that is, to order, measure, proportion and vibration.
Why this book and why now?
There is a demand for it. And to pass on my research and knowledge or, as my teacher Joseph Beuys so beautifully put it, to pass on the torch.
What else? You might as well ask a fish, ‘Why water?’ If it could answer, it would say, ‘What else?’ You have been working as a freelance artist for over 50 years.
What has changed fundamentally for artists in general and for you personally? And what has perhaps remained at its core, as it (always) was?
I cannot and will not give a general answer to that. For myself, I can say that over the last 50 years I have gone from being a wonderer and wanderer in this wonderful world to a curious explorer.
As an artist, how do you define success – beyond the social and monetary level?
Success? What is that? On what scale? For me, it is important to do honest work and deliver it. And on an artistic level: to advance to new levels of consciousness, discover new worlds, expand perception, etc.
Although your work can be classified as concrete art, there is a spiritual aspect to it. Can this be described, or does it elude language?
In my experience, there is a ‘spiritual aspect’ to every work of art. Otherwise, art would not be able to distinguish itself from craftsmanship or decoration. And this aspect eludes language. That is also the reason why, for example, the Kolumba Museum in Cologne deliberately refrains from providing any written references or information within the respective exhibition. Because this collection is about the search for a unifying order, for measure and proportion, for beauty. And I lack the words to describe beauty.
Rainer Maria Rilke, a poet, came pretty close with his sonnet ‘Archaic Torso of Apollo’. Wassily Kandinsky also attempted to find words for the ‘spiritual aspect’ in his treatise ‘Concerning the Spiritual in Art, Especially in Painting’. Even Rudolf Steiner was unable to find words for Hilma af Klint's works when he visited her studio.
That is why I paint. Here I come as close as possible to beauty, that is, to order, measure, proportion and vibration.
Why this book and why now?
There is a demand for it. And to pass on my research and knowledge or, as my teacher Joseph Beuys so beautifully put it, to pass on the torch.
